Donnerlöcher von Kienberg

Aus TraunStoaner
Überblick über 112 dokumentierte Erdfälle

Die Donnerlöcher von Kienberg sind Erdsenkungen/Erdfälle, die sich rund um Kienberg (Oberbayern) seit Menschengedenken ereignen.

Einheimische stellten fest, daß sie besonders nach starken Gewittern mit viel Regen vermehrt auftreten und bringen sie mit Blitzeinschlägen in Verbindung.

Aufzeichnungen durch den Heimatpfleger Hr. Schiebl verzeichnen über 110 Objekte seit 1936.

Nach Angaben des LfU (Donnerlöcher - Erdfälle im Alpenvorland) sind nahezu 200 Objekte bekannt. [1]

Kienberg, das Dorf der Donnerlöcher

  • In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts sollte bei Kienberg eine Mülldeponie errichtet werden.
  • In der Bevölkerung regte sich Widerstand gegen dieses Vorhaben.
  • Man suchte nach Argumenten und jemand erinnerte sich, daß da immer wieder mal Löcher in der Erde entstehen.
Haben die Alten nicht erzählt daß sich urplötzlich Krater auftun, 
ganze Pferdefuhrwerke in der Tiefe verschwinden? 

Eine Gruppe von Frauen ging in der Gemeinde von Haus zu Haus und sammelte Informationen zu dem Phänomen mit dem Ergebnis:[2]

  • Der Untergrund um Kienberg ist löchrig wie Schweizer Käse!
  • Über Nacht entleert sich eine Güllegrube, am Boden eine Donnerloch.
  • Ein Gartenteich hat urplötzlich kein Wasser mehr, am Grund - ein Donnerloch.
  • Auf einmal steht ein Baum schief, unter ihm tat sich ein Loch auf.
  • Die Entstehung von Donnerlöcher lassen sich bis aufs Jahr 1912 zurückverfolgen.

Geologie

Kienberg liegt auf einem Gebiet mit Löß- und Lehmbedeckung von wenigen Metern Mächtigkeit über Altmoränen bzw. Konglomeraten von Deckenschottern. Der Bereich zeigt kaum Oberflächengewässer. Von Kienberg (Ost) führt ein ausgeprägtes Trockental über Emertsham bis nach nach Engelberg. Zahlreiche kleine trichterförmige Senken, ähnlich den Dolinen in Karstgebieten, sind anzutreffen. Die Gesteine im Untergrund sind offensichtlich wasserdurchlässig, so daß Niederschläge in den Untergrund versickern und unterirdisch abfließen. Hohlräume im Untergrund können entstehen durch Lösung von Kalkschotter durch kohlensäurehaltiges Sickerwasser oder durch Ausschwemmen von Feinsedimenten durch Wasser (Subrosion).

Donnerloch No. 112

Donnerloch No. 112

Besondere Aufmerksamkeit erregte das am 25. Oktober 2013 in einem Waldstück zwischen Kienberg und Viehhausen von einem Pilzsammler entdeckte Donnerloch mit seiner beachtliche Tiefe von mindestens 6m. [3]
Der Bericht der Feuerwehr Kienberg spricht von einer Erdverschiebungen im Waldbereich mit der Lochgröße: 1,5 Meter breit, 8 Meter tief.
Möglicherweise handelt es sich bei diesem Erdfall um eine leere Geologische Orgel?

Donnerlöcher im UmweltAtlas Bayern

Die Donnerlöcher im Bereich Kienberg sind im UmweltAtlas des Bayrischen Landesamt für Umwelt (LfU) eingetragen als -

Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise