Hochmoor östlich des Gemeindeteiles Harpfetsham

Aus TraunStoaner
Hochmoor östlich Harpfetsham

Das Hochmoor östlich des Gemeindeteiles Harpfetsham der Gemeinde Palling, ist ein 3,72 ha großes flächenhaftes Naturdenkmal im Landkreis Traunstein.

Es erhielt im Juni 1981 durch Verordnung des Landratsamtes Traunstein den Schutzstatus.

Harpfetshamer Filz

Östlich des Klostergutes Harpfetsham, in der Gemeinde Palling, befindet sich ein ca. 41 ha großes Moor. Im BayernAtlas als Filzholz genannt und in der geologischen Literatur als Harpfetshamer Filz beschrieben.[1]

Das Moor liegt zwischen dem äußersten Randmoränenwall (Harpfetsham) und dem nächst inneren Wall (Lampertsham) des Salzachgletschers.

Harpfetshamer Filz
Zweitgrößtes Moor des Kartenblattes.
Früher abgetorft, heute stockt auf den Hochmorflächen ein sekundärer Moorwald mit Waldkiefern und Latschen.
Nur 5,0 ha sind als Wiesen umgewandelt.
Schmale, fast allseitige Übergangsmoorrandzone.

Erika Hohenstatter
Geologische Karte von Bayern, Erläuterungen zum Blatt Nr. 8042 Waging a. See, München 1978

Ein ehemalige großräumige Abtorfen im nördlichen Teil läßt sich in der Reliefkarte des BayernAtlas erkennen.[2]

Profil des Harpfetshamer-Filz
Profil des Harpfetshamer-Filz

Geschichte

Bis zum Ende des 18. Jahrhundert war das Moor baum- und strauchlos, da die großflächig wachsende Schneeheide (Erica carnea) von den Bauern zur Einstreu abgeschnitten wurden. Bis zum Ende des 2. Weltkrieg wurde intensiv Torf gestochen und vor allem in der Brauerei Fuchsbüchler in Palling verheizt. Um das Wasser aus den Torfstichen herauszubringen, wurde im östliche Teil der Filze ein duch Windkraft angetriebene Pumpanlage errichtet. Die Ableitung des gehobenen Wassers erfolgte durch den Mühlgraben an Lampertsham vorbei nach Tengling und in den Tachinger See.[3]

Schutzgebiet

Im südwestlichen Teil ist ein 3,72 ha umfassender Bereich als flächenhaftes Naturdenkmal unter Schutz gestellt.

In der Verordnung wird hervorgehoben, daß es sich um die nördlichste lebende Hochmoorfläche im Salzachgletschergebiet handelt. Der Erhalt wird seiner hervorragenden Eigenart und Seltenheit in ökologischer, wissenschaftlicher, floristischer und faunistischer Bedeutung begründet.[4]

Verordnung

Die Verordnung des Landratsamtes Traunstein (110/81) vom 30. Juni 1981, wurde auf Grund des Schreibens der Regierung von Oberbayern vom 15.06.1981 (Az. 820-8631-18-12/81) genehmigt.

Veröffentlicht im Amtsblatt für den Landkreis Traunstein, Nr. 27 vom 10. Juli 1981.

Weblinks

Literatur

  • Müller, M. & Ziegler, J.-H.: Geologische Karte von Bayern 1:25.000, Blatt 8042 Waging a. See
  • Hans Gschirr: Haus- und Hofgeschichte der Häuser und Anwesen im Außenbereich der ursprünglichen Gemeinde Palling mit den Ortschaften Weißenkirchen und Kirchberg, © 2013 Johann Gschirr, Seite 168.

Einzelnachweis

  1. BayernAtlas Filzholz
  2. BayernAtlas nördliches Filzholz
  3. Hans Gschirr: Haus- und Hofgeschichte der Häuser und Anwesen im Außenbereich der ursprünglichen Gemeinde Palling mit den Ortschaften Weißenkirchen und Kirchberg, © 2013 Johann Gschirr, Seite 168.
  4. Verordnung 110/82 des Landratsamtes Traunstein