Kiebitz (Vanellus vanellus)

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Kiebitz Trupp 14.02.2022

Der Kiebitz (Vanellus vanellus), aus der Familie der Regenpfeifer, auch bekannt als Kiwitt, Riedschnepfe, Feldpfau, Geißvogel und Muttergottestaube, war früher auf Feldern und Wiesen, ein sehr häufiger Brutvogel. Als Watvogel liebt er Feuchtwiesen. Durch Trockenlegung und Intensivierung der Landwirtschaft ist sein Bruthabitat in den letzen Jahren eingeschränkt worden.

  • Zwischen 2014 bis 2020 sind die Kiebitzbestände um 88 Prozent zurückgegangen![1][2]

Projekt „Netzwerke für den Kiebitz“

Das Projekt Netzwerke für den Kiebitz, gefördert durch den Bayerischen Naturschutzfonds und den Bezirk Oberbayern, erstreckt sich über die drei Landkreis Altötting, Traunstein und Rosenheim.[3]

  • In den Landkreisen Altötting und Traunstein betreut der Landschaftspflegeverband Traunstein e.V. das Projekt.[4]
  • Im Landkreis Rosenheim betreut die Untere Naturschutzbehörde das Projekt.[5]
  • Im angrenzenden Landkreis Mühldorf wird der Kiebitzschutz vom Landschaftspflegeverband Mühldorf a. Inn e.V. (gefördert durch Mittel des Freistaates Bayern) betrieben.[6]

Arbeitsweise

Kiebitznest mit 4 Eiern
  • Ehrenamtliche halten im Frühjahr Ausschau nach den auffälligen Schauflügen der balzenden Kiebitze. Auch bekannte Brutplätze werden abgesucht, denn die Standorttreue des Vogels ist bekannt.
  • Wenn Brutpaare und deren Neststandort ausfindet gemacht sind, werden sie dem Landschaftspflegeverband gemeldet, der dann mit den Landwirten Kontakt aufnimmt.
  • Mit Einverständnis der Bewirtschafter werden die Nester markiert, um den Bereich von der Bearbeitung auszusparen.
  • Während der Brutzeit von ca. 26 Tagen wird der Bruterfolg beobachtet.[6]

Durchführung von Schutzmaßnahmen

  • Hinweisschilder/Warntafeln
  • Schutz von Nestern durch Metallkäfige
  • Abgrenzung von Brachflächen
  • Feuchtstellen schaffen / natürliche Feuchtstellen nutzen

Arteninfo

Status Chiemseegebiet 2013
BV BP/Rev WG DZ SG JV NZ EX
r 52/98 u r . . . .
  • überwiegend Sommervogel

Ungewisser Bruterfolg 2023?

Zwei, im Jahr 2023 aufgefundene leere Nester, ohne Schalenreste lassen am Bruterfolg zweifeln!

Gelege wurden als erfolgreich gewertet, wenn entweder geschlüpfte Küken angetroffen wurden oder aber kleine Eischalenfragmente in der leeren Nestmulde vorgefunden wurden.
Sven Junker, Heinz Düttmann & Rainer Ehrnsberger
Schlupferfolg und Kükenmortalität beim Kiebitz (Vanellus vanellus) auf unterschiedlich gemanagten Grünlandflächen in der Stollhammer Wisch (Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen)[7]

Bruterfolge 2024

Erste Kiebitz konnten am 04.03.2024 festgestellt werden.

Bei einem der abgesteckten Nester, ist auf Grund kleinen Schalenrest, von einem Bruterfolg für 2024 auszugehen.

Auszug aus - Lohmann M. und Rudolph B-U. (2016)

Bayern mit Ausnahme der Alpen lückig verbreitet, v. a. in großen Flussniederungen und Niedermoorregionen.
Chiemseegebiet Seltener und rückläufiger Brutvogel, regelmäßiger Durchzügler, auch in größeren Zahlen.

Arteninformation LfU - Kiebitz (Vanellus vanellus)

Rote Liste Bayern Stark gefährdet
Rote Liste Deutschland Stark gefährdet
Erhaltungszustand Alpin In Bezug auf Status Brutvorkommen:
ungünstig/schlecht
Brutbestand 6.000-9.500 Brutpaare
Kurzfristiger Bestandstrend Rückgang >50%

Weblink

 Wikipedia/de:Kiebitz_(Art)

Literatur

Bilder

 Kategorie:Datei-Kiebitz

Einzelnachweis