Militärdiplom von Geiselprechting

Aus TraunStoaner
Militärdiplom von Geiselprechting

Das Militärdiplom von Geiselprechting ist eine bronzene Urkunde, die während der Regierungszeit des römischen Kaisers Nero ausgestellt wurde.

Geregelt ist die ehrenvolle Entlassung und Verleihung des römischen Bürgerrechts an den Legionär Cattus.

Das Militärdiplom wurde 1842 in Geiselprechting, Gem. Vachendorf, Lkr. Traunstein gefunden.

Die Urkunde läßt sich auf den 15. Juni 64 n. Chr. datieren und gilt als das - ältest exakt datierbare Schriftdenkmal Bayerns.[1]


Beschreibung

Die Urkunde bestand ursprünglich aus zwei Tafeln, die durch Schnüre, versehen mit Siegeln verbunden waren. Die rechteckige Bronzetafel mißt in der Breite 17,6 cm.

Text

Innenseite

Auf der Innenseite befindet sich der individuelle Textteil des Militärdiplom.

[Nero Claudius divi Claudi f(ilius) 3 quorum nomina subscripta sunt 3 dum]
TAXAT SINGVLI SINGVLAS
A(nte) D(iem) XVII K(alendas) IULIAS
C(aio) LAECANIO BASSO
M(arco) LICINIO CRASSO FRVGI CO(n)S(ulibus)
PAG(ina) II KAP(ite) XVI
ALEA GEMELLIANAE CVI PRAE(e)ST
Q(uintus) POMPONIUS Q(uinti) F(ilius) COL(lina) RVFVS
gregalibus / Cattao Bardi f(ilio) Helvetio
et Sabinae Gammi filiae uxori eius Helvetiae
et Vindelico f(ilio) eius
et Materionae filiae eius
descript(um) et recognit(um) ex tabula aenea quae fixa est
Romae in Capitolio post aedem Iovis O(ptimi) M(aximi) in
basi Q(uinti) Marci Regis pr(aetoris)

Rückseite

Auf der Rückseite befindet sich gelistet, neun beglaubigende Personen.

L(uci) LUCILI PROCULI
C(ai) PACILI PRISCI
Q(uinti) LVSI SATURNINI
L(uci) RENNI ORIENTIS
Cn(aei) CORNELI IONICI
L(uci) POMPONI HYCINI
T(iti) SEXTI PRIMI
L(uci) LUCILI ARISTONIS
L(uci) LUCILI CHRESIMI

Datierung

Durch die Tagesangabe - XVII K(alendas) IVLIAS - und die Erwähnung der beiden regierenden Konsuln, C. Laecanius Bassus und M. Licinius Crassus Frugi läßt sich der zugrundeliegende Erlaß des Kaiser Nero datieren.

Es ergibt sich der: 15. Juni des Jahres 64 n. Chr.

Relevanter Textteil

A(nte) D(iem) XVII K(alendas) IVLIAS
C(aio) LAECANIO BASSO
M(arco) LININIO CRASSO FRVGI CO(n)S(ulibus)

Fundumstände und Nachsuche

1842 wurde von einem Bauern in Geiselprechting beim Abtragen eines Erdhaufen nahe seines Anwesens eine Bronzetafel, die 2. Hälfte einer tabula honestae missionis gefunden. [2]

Im Sommer 2016 blieb eine Nachsuche nach dem fehlenden 1. Teil der Urkunde ohne Ergebnis.[3][4]

Verwahrort

Das Original des Diploms befindet sich in der Archäologischen Staatssammlung München.[5]

  • Bildnummer: GD 1999-278
  • Inventarnummer: HV 815

Ein originalgetreue Kopie befindet sich im Römermuseum Grabenstätt.

Weblinks

 Wikipedia:Militärdiplom
 CIL XVI 000005
 Wikipedia:Auxiliartruppen
 Wikipedia:Liste_römischer_Auxiliareinheiten
 Wikipedia:Liste_der_römischen_Konsuln

Einzelnachweis