Schlacke als Baustoff im Chiemgau und Rupertiwinkel

Aus TraunStoaner
Kapelle in Roitham

Zu Zeiten der industriellen Erzverhüttung/Erzverarbeitung, war Schlacke als Baustoff im Chiemgau und Rupertiwinkel, da billig und in großen Mengen verfügbar, ein begehrter Rohstoff.

Orte mit Erzverarbeitung/Erzverhüttung

Maximilianshütte in Bergen 1562-1932

Sie wurde 1562 durch Pankraz von Freyberg zu Hohenaschau gegründet. Das sich im nahen Eisenärzt befindliche Eisenbergwerk diente der Hütte bis 1881 als Rohstoffquelle. König Max I. Josef ließ die Hütte nach einem Brand 1824 wieder aufbauen. Danach erhielt die Hütte den Namen Maximilianshütte oder kurz Maxhütte. Nach dem Ende des Erzabbaus 1881 wurde die Hütte auf Gießerei und Maschinenbau umgestellt. Dieser Teil lief bis 1932 weiter.
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Maximilianshütte (Bergen)

Eisenärzt bei Siegsdorf 1341-1878

Laut schriftlichen Aufzeichnungen bildete von 1341 bis 1878 die Eisenverarbeitung den wirtschaftlichen Schwerpunkt der kleinen Hofmark. Es wurde Roheisen und Alteisen in drei Hüttenwerken verarbeitet, die von 18 Gewerkern betrieben wurden. Die Produkte wurden u.a. an die Salinen in Reichenhall und in Au bei Traunstein geliefert. Von 1808 bis 1855 arbeiteten die Gewerker in einer Privatgesellschaft. 1855 erwarb der bayerische Staat die Hüttenwerke, die er 1878 stilllegte.
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Eisenärzt

Stahlwerk Annahütte in Hammerau bei Ainring ab 1537

Der geistliche Landesherr Fürsterzbischof Matthäus Lang (1448- 1540) erteilt am 2. Oktober 1537 die urkundliche Erlaubnis zur Förderung und Verarbeitung von Eisenerz. Dies gilt als Geburtsstunde des salzburgischen Erzbergbaus und in Achthal, Neukirchen, Röhrenbach - und Hammerau wurden Werkstätten errichtet. Das Stahlwerk Annahütte in Hammerau bei Ainring im Landkreis Berchtesgadener Land ist das älteste noch bestehende Stahlwerk Europas.
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Stahlwerk Annahütte

Gemeinde Seeon-Seebruck

Ortsteil Roitham

Kapelle St. Katharina in Roitham

Kapelle St. Katharina

Die Kapelle St. Katharina in Roitham, Seebrucker Straße 22 a, wurde 1859, unter Verwendung von Schlackensteinen erstellt.

Die Kapelle ist unter D-1-89-143-49 in der Liste der Denkmale in Seeon-Seebruck eingetragen. [1]

Bayr. Baudenkmal in Gem. Seeon - Akten-Nummer: D-1-89-143-49

Stadt Traunreut

In Alten Ortsteilen von Traunreut finden sich Bauernhäuser die mit Anteilen von Schlacke erbaut sind.

Ortsteil Anning

Nebengebäude eines Bauernhauses in Anning

Ortsteil Matzing

Nebengebäude eines Bauernhauses in Matzing

Stadt Traunstein

Der Rupertistadl

Ehemaliges Lagergebäude der Saline, 1864 aus Schlackesteinen erbaut, in der Salinenstraße 10/12/14 in Traunstein.

Bayr. Baudenkmal in Traunstein - Akten-Nummer: D-1-89-155-41

Ortsteil Empfing

Badehaus Empfing

Badehaus Empfing

Das Wildbad Empfing wurde erstmals 1547 erwähnt. 1850 wurde das abgebildete Badehaus erbaut.

Im Winter 2005/2006 brannte das Gebäude fast vollständig aus. Beim Wiederaufbau wurden oben, zwei weitere Stockwerke aufgesetzt.

Ortsteil Kammer

Reste eines Abbruchhauses

Unweit von Kammer befinden sich die Reste eines verfallenen Gebäude mit Unterkellerung. Zahlreiche Schlackensteine fallen auf.

 Kategorie:Datei-Ruine_Kammer

Ortsteil Schmidham

Bildstock im Kraimooser Feld

Bildstock im Kraimooser Feld

An der Straße TS2 von Kraimoos nach Schmidham steht ein Bildstock. Als Sockel dient ein Römischer Meilenstein, aufgesetzt ist eine Laterne aus Rotmarmor. Die Fenster sind dekorativ mit weißem Quelltuff und schwarzer Schlacke ausgeschmückt.

Der Bildstock ist unter D-1-89-155-128 in der Liste der Denkmale in Traunstein eingetragen. [2]

Bayr. Baudenkmal in Traunstein - Akten-Nummer: D-1-89-155-128

Gemeinde Nußdorf

Nußdorf

Bauernhaus, am Dorfplatz 5

freigelegtes Mauerwerk

An der Ostseite eines denkmalgeschützen Bauernhauses aus dem 19. Jahrhundert, ist an einer Stelle der Verputz entfernt. Das Mauerwerk aus Schlackesteinen wird sichtbar.

Der Bauernhaus am Dorfplatz 5 ist unter D-1-89-130-3 in der Liste der Denkmale in Nußdorf eingetragen. [3]

Bayr. Baudenkmal in Nußdorf - Akten-Nummer: D-1-89-130-3

Ortsteil Aiging

Historisches Wirtshaus

Historisches Wirtshaus Aiging 1471

Das Historische Wirtshaus Aiging, urkundlich erstmals erwähnt 1471, wurde 1794 umgebaut. Im Saal unter dem Dach, sind 2006 bei Renovierungsarbeiten an den Wänden, Anteile von verwendeter Schlacke freigelegt worden.

Der Wirtshaus ist unter D-1-89-130-15 in der Liste der Denkmale in Nußdorf eingetragen. [3]

Bayr. Baudenkmal in Gem. Nußdorf - Akten-Nummer: D-1-89-130-15

Gemeinde Palling

Grabgrotte Palling erbaut 1889

Auf dem Kavarienberg westlich von Palling befindet sich auch eine Grabgrotte, erbaut im Jahr 1889, dessen Decke fast vollständig mit Schlackensteinen ausgekleidet ist.

Bayr. Baudenkmal in Palling - Akten-Nummer: D-1-89-134-10

Galerie

Gemeinde Bergen

Bahnhof Bergen erbaut 1865

Der Bahnhof Bergen, erbaut um 1865, ist aus Schlackesteinen des nahegelegenen Eisenhüttenwerkes Bergen, das seit 1824 Maximilianshütte heißt, erbaut.

Bayr. Baudenkmal in Bergen - Akten-Nummer: D-1-89-113-36

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Gemeinde Chieming

Chieming, Hauptstrasse 22

Ein Wohnhaus in Chieming weist eine Terassenmauer auf, die vollständig aus Schlackensteinen besteht.

Galerie

Gemeinde Surberg

nahe Lauter, Wüstenreit 21

Ein Wohnhaus ist fast vollständig aus Schlacke erbaut. Nur die westliche Wetterseite ist verputzt.

Gefahr durch ausgasendes Radon in Schlackehäusern

Im Herbst 2013 kam es in Grabenstätt zur Schließung eines Kindergartens wegen zu hoher Radonbelastung. Die Außenmauern des historischen Gebäudes bestehen aus Schlacke. Erste Messungen im April 2002 ergaben Spitzenwerte von 170 Becquerel Strahlung pro Kubikmeter Luft. Durch geeignetes Lüftungsmanagement konnten die Werte deutlich reduziert werden. Im Oktober 2013 wurden die Ergebnisse einer Langzeitmessung mit Werten bis zu 160 Becquerel veröffentlicht und daraufhin der Kindergarten geschlossen.

Schlackenhäuser im Rupertiwinkel

Fotos von Schlackehäusern und Erläuterung zum Thema bietet ein Artikel des BGLand24.de.

Siehe auch

Einzelnachweise